Berufsunfähigkeitsversicherungen im Test

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine monatliche Rente, wenn man nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann. So wird verhindert, dass man in eine Armutsfalle abrutscht. Sind Sie eher an einer privaten Krankenversicherung interessiert? Dann besuchen Sie http://krankenversicherungenprivat.com/

Das Risiko „Berufsunfähigkeit“ ist für Jeden sehr wichtig. Statistisch betrachtet wird jeder fünfte Berufstätige vor dem Rentenbeginn berufsunfähig. Und die staatliche Absicherung ist in diesem Fall sehr gering. Betroffene stehen also vor einem großen Armutsrisiko, und müssen ihren Lebensstandard meist stark einschränken. Die große Mehrheit der Bevölkerung unterschätzt dieses Risiko.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist daher für wirklich jeden Berufstätigen sinnvoll. Einzig Beamte genießen eine bessere Absicherung bei Berufsunfähigkeit (bzw. Dienstunfähigkeit). Hier lohnt sich ein Versicherungsschutz v.a. in frühen Berufsjahren. Danach sollte man im Einzelfall prüfen, ob die Versicherung noch notwendig ist.

 

“Wer jünger als 52 Jahre ist, sollte sich unbedingt privat schützen. Das empfehlen Verbraucherschützer, Versicherungsberater und Politiker in ungewohnter Einigkeit.”
Handelsblatt, 27.08.2013
“Die Zahlen sind erschreckend: 43 Prozent der heute 20-jährigen Männer und 38 Prozent der heute 20-jährigen Frauen werden bis zum Rentenbeginn mit 65 Jahren einmal berufsunfähig sein.”
Deutsche Aktuarvereinigung, 2013
“Sie müssen von Ihrer Arbeitskraft leben? Dann brauchen Sie einen Schutz für den Fall der Berufsunfähigkeit, damit Sie finanziell abgesichert sind.”
Stiftung Warentest, Finanztest 7/2013

 

Wann ist man berufsunfähig?

Die offizielle Definition lautet: Berufsunfähig ist, wer dauerhaft bei der Ausübung seines letzten Berufes durch Unfall, Invalidität oder Krankheit beeinträchtigt ist.

Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist immer der aktuell ausgeübte Beruf versichert. D.h. es ist vollkommen egal, ob man nach Abschluss der Versicherung den Job wechselt – man bleibt auf jeden Fall zu den gleichen Konditionen versichert.

Wann zahlt die Versicherung?

Allgemein zahlt eine Berufsunfähigkeitsversicherung sobald man zu mindestens 50% berufsunfähig ist (Ausnahme ist die sog. Staffelregelung), und ein ärztliches Gutachten hierzu vorlegen kann. Dabei spielt es keine Rolle, aus welchem Grund man berufsunfähig wird.  Die Berufsunfähigkeit darf nur nicht mutwillig verursacht worden sein.

Sonderfall Burnout

Burnout ist ein Grund, der in den letzten Jahren immer häufiger vorkommt, und dazu führt, dass Menschen ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Aber passen Sie auf: Die meisten Versicherungen sehen Burnout nicht als Grund für eine Berufsunfähigkeit. Wie oben beschrieben ist die offizielle Definition, dass man wg. Unfall, Invalidität oder Krankheit seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Burnout fällt aber in keine der drei genannten Gründe für Berufsunfähigkeit. Wollen Sie hier auf Nummer Sicher gehen, dann sollten Sie sich ganz genau die Bedingungen zu Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung studieren. Es gibt nämlich einige (wenn auch bislang nur sehr wenige) Versicherer, die Burnout als Grund für Berufsunfähigkeit akzeptieren.

Welche Höhe und Laufzeit sollte man versichern?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung sollte so gestaltet werden, dass Sie mit Ihrer Berufsunfähigkeitsrente einen angemessenen Lebensstandard halten können. Sie sollten sich also bewusst sein, wie hoch Ihre aktuellen monatlichen Ausgaben sind, und eine Berufsunfähigkeitsrente in ähnlicher Höhe vereinbaren.

Damit man keinen Schund mit der Berufsunfähigkeitsversicherung betreiben kann (z.B. mutwillige Berufsunfähigkeit), legen die meisten Versicherer Höchstgrenzen für die Berufsunfähigkeitsrente fest, z.B. 90% des aktuellen Nettoeinkommens. Insbesondere bei Auszubildenden oder Studenten können diese Grenzen recht niedrig sein.

Im Optimalfall sollte die Berufsunfähigkeitsversicherung bis zum erwarteten Renteneintritt laufen. Bei den meisten hieße dies bis 67 Jahre. In der Praxis werden Berufsunfähigkeitsversicherungen jedoch sehr teuer, wenn man bis zum 67. Lebensjahr die Verträge laufen lässt. Es kann sich daher lohnen die Versicherung ein paar Jahre früher, z.B. mit 64 Jahren, enden zu lassen, und die letzten Jahre zwischen Ende der Berufsunfähigkeitsrente und Beginn der Altersrente mit (bis dahin angesammelten) eigenen Ersparnissen zu überbrücken.

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Worauf muss man achten?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist zwar eine der wichtigsten Versicherungen, aber leider auch eine der komplexeren. Es gibt eine Vielzahl an Klauseln und Optionen. Die wichtigsten haben wir für Sie unten zusammengefasst.

Konkrete und abstrakte Verweisung

Sicherlich zu den wichtigsten Regeln bei Berufsunfähigkeitsversicherungen gehört der „Verzicht auf konkrete und abstrakte Verweisung“.

 Abstrakte Verweisung

Wenn man in seinem aktuellen Beruf berufsunfähig wird, aber noch einen anderen Beruf ausüben könnte (Beispiel: Man war Fußballspieler, aber könnte nach Verletzung noch als Pförtner arbeiten), dann spricht man von abstrakter Verweisung. Verzichtet der Versicherer hierauf, so erhält der Kunde seine Berufsunfähigkeitsrente, wenn er in seinem aktuellen Beruf berufsunfähig ist. Dabei ist es dann vollkommen egal, ob er noch einen anderen Beruf ausüben könnte. Der Verzicht auf die abstrakte Verweisung ist sehr wichtig.

 Konkrete Verweisung

Wenn man in seinem bisherigen Job berufsunfähig wird, und danach einen neuen Job annimmt, dann stellt sich immer die Frage, ob die Versicherungsgesellschaft nun trotzdem die Berufsunfähigkeitsrente zahlen muss. In diesem Fall spricht man von konkreter Verweisung. Damit auch in diesen Situationen die Versicherer die Berufsunfähigkeitsleistung erbringen, sollte (im besten Fall) auf die konkrete Verweisung verzichtet werden. Das bieten aber leider nur sehr wenige Versicherungsgesellschaften an. Als Mindestanforderung sollte daher in den Vertragsbedingungen eine „kundenfreundliche Definition der konkreten Verweisung“ stehen. Dies heißt, dass der Versicherungskunde einen neuen Beruf ausüben kann. Wenn man in diesem Beruf dann mindestens 20% weniger verdient als in seinem vorherigen Beruf, dann zahlt die Versicherung die Berufsunfähigkeitsrente. Ist die Einkommenseinbuße weniger groß, wird allerdings nicht gezahlt. Diese Regelung erlaubt es Berufstätigen trotz Berufsunfähigkeit in einem Beruf einen neuen, schlechter bezahlten Beruf auszuüben, ohne dabei finanzielle Einbuße hinzunehmen.

Prognosezeitraum

Ob der Versicherer eine Berufsunfähigkeitsrente zahlt hängt nicht nur davon ab, ob man berufsunfähig wird, sondern auch, wie lange man vermutlich berufsunfähig sein wird. Wird man berufsunfähig, erstellt der Arzt hierzu ein Attest, in dem er angibt, wie lange seiner Meinung nach die Berufsunfähigkeit andauern wird. Dies bezeichnet man als „Prognosezeitraum“.

Und hier ist es nun wichtig die Bedingungen der Berufsunfähigkeitsversicherung genau zu lesen. Denn in jedem Versicherungstarif ist festgelegt, ab welcher Länge der Berufsunfähigkeit die Versicherung zahlen muss. In den meisten heutigen Versicherungen sind dies sechs Monate. D.h. sobald ein Arzt einem attestiert, dass man voraussichtlich länger als sechs Monate berufsunfähig sein wird, zahlt die Versicherung die Berufsunfähigkeitsrente.  Es gibt aber auch noch Verträge mit anderen Prognosezeiträumen. Bei älteren Tarifen kann der Zeitraum bis zu drei Jahre betragen. Hier ist das Problem, dass es für einen Arzt sehr schwierig sein kann zu bestimmen, ob man denn nun in drei Jahren immer noch berufsunfähig sein wird. Es wäre für einen Versicherer daher leichter, sich vor der Zahlung der Berufsunfähigkeitsrente „zu drücken“.

Aus diesem Grund gilt: Achten Sie immer darauf, dass der Prognosezeitraum in Ihrem Versicherungsvertrag so kurz wie möglich ist. Verträge, die mehr als sechs Monate verlangen sollten Sie meiden! Bei Tarifen die als Testsieger ausgezeichnet wurden ist dies in der Regel immer gegeben.

Kündigungs-/Anpassungsrecht aus § 19 VVG bei unverschuldeter Anzeigepflichtverletzung

Wenn man zum Arzt geht, weiß man oft gar nicht, was da so alles in seine Krankenakte geschrieben wird. Das Problem ist aber, dass man bei Antragstellung für eine Berufsunfähigkeit alle in den letzten Jahren diagnostizierten Krankheiten angeben muss. Was also, wenn man einen Befund nicht angibt, weil man gar nicht wusste, dass es ihn gibt? Rein rechtlich hätte die Versicherungsgesellschaft ein Kündigungs- oder Anpassungsrecht, wenn sie von diesem Befund später erfährt. Im schlimmsten Fall müsste sie bei Berufsunfähigkeit nicht leisten.

Um den vorzubeugen, sollte in jedem Vertrag der „Verzicht auf das Kündigungs-/Anpassungsrecht aus § 19 VVG bei unverschuldeter Anzeigepflichtverletzung“ festgehalten sein.  Damit kann ein Versicherer den Vertrag nicht ändern, wenn ich unwissentlich bei Vertragsabschluss etwas verschwiegen habe.

Weltweiter Geltungsbereich

 Eine Berufsunfähigkeit sollte nicht nur in Deutschland gelten. Genug Leute sind regelmäßig aus geschäftlichen oder privaten Gründen im Ausland unterwegs. Nur wenn explizit ein weltweiter Geltungsbereich in den Vertragsunterlagen geschrieben ist, gilt der Vertrag auch außerhalb Deutschlands!

Karenzzeit

Manche Versicherer bieten die Möglichkeit eine sog. „Karenzzeit“ zu wählen.  Wenn man eine Karenzzeit vereinbart, dann muss der Versicherer erst nach diesem Zeitraum die Berufsunfähigkeitsrente zahlen. Als Beispiel: Man hat eine Karenzzeit von sechs Monaten vereinbart, und wir nun berufsunfähig. Nun muss man die ersten sechs Monate selbst überbrücken, bevor man ab dem siebten Monat dann seine Berufsunfähigkeitsrente erhält.

Die Karenzzeit hat den großen Vorteil, dass die Beiträge deutlich sinken, je länger die vereinbarte Karenzzeit ist.

Auf der anderen Seite stehen aber zwei Nachteile:

  • Zum einen muss man die Zeit zwischen Beginn der Berufsunfähigkeit und Ende der Karenzzeit aus eigenen Ersparnissen überbrücken. Diese finanzielle Last kann nicht jeder ohne weiteres stemmen.
  • Zweitens bieten nicht alle Versicherer die Option der Karenzzeit an. Daher ist es möglich, dass ein Anbieter im Vergleich günstiger ist, obwohl er keine Karenzzeit anbietet. Sucht man von vorneherein nur nach Anbietern, die eine Karenzzeit anbieten, kann es sein, dass man die günstigsten Anbieter übersieht.

Beim Thema Karenzzeit sollte sich jeder daher prinzipiell überlegen, ob er sich eine Phase ohne Berufsunfähigkeitsrente leisten kann. Und in jedem Fall sollte man sich auch Angebote ohne Karenzzeit anschauen, da diese günstiger sein können.

Gesundheitsfragen, Probeantrag & anonyme Risikovoranfrage

Wenn Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen wollen, müssen Sie oft viele Fragen zu Ihrem Gesundheitszustand und zu Vorerkrankungen ausfüllen. Es kommt oft vor, dass die Versicherungsgesellschaft Sie nicht als Kunden annehmen will, oder eine deutliche Beitragserhöhung fordert, wenn Sie keinen „perfekten“ Gesundheitsverlauf nachweisen können.

Eines ist dennoch sehr wichtig: Gesundheitsfragen müssen immer hundertprozentig ehrlich beantwortet werden.
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Sobald man nämlich berufsunfähig wird, prüft der Versicherer ganz genau, ob die Angaben, die man bei Vertragsabschluss gemacht hat korrekt waren. Werden hier Fehler oder Falschangaben entdeckt, kann es sein, dass der Versicherer die Zahlung verweigert. Wenn man in der Vergangenheit viele Arztbesuche hatte, dann kann es sich lohnen, wenn man die Gesundheitsfragen zusammen mit seinem Arzt beantwortet.  Denn man weiß ja nie ganz genau, was der Arzt denn nun in die Krankenakte geschrieben hat, und es ist schon vorgekommen, dass Versicherungskunden dachten Sie hätten nur eine Grippe gehabt, wenn der Arzt in Wirklichkeit eine schwerwiegendere Krankheit in die Krankenakte geschrieben hatte.

 

Anonyme Risikovoranfrage und „schwarze Liste der Versicherer“

Wenn Sie wissen, dass es in Ihrer Krankenakte Einträge gibt, oder Sie Vorerkrankungen hatten, dann sollten Sie nicht einfach so bei einem Versicherer eine Berufsunfähigkeitsversicherung beantragen. Der Grund hierfür: Jedes Mal, wenn Sie einen Versicherungsantrag stellen, wir dies in einem zentralen System (dem sog. „HIS“) gespeichert. Auf dieses System haben alle Versicherer Zugriff. Und damit können alle Versicherer überprüfen, welche Krankheiten Sie jemals angegeben haben, und welche Versicherer Ihre Anträge bereits abgelehnt haben.  Nach dem Motto „einmal abgelehnt – immer abgelehnt“ kann es daher sehr schwierig werden überhaupt noch eine passende Berufsunfähigkeitsversicherung zu finden. Aus diesem Grund wird das HIS auch die „schwarze Liste der Versicherer“ genannt. Es ist besser, wenn Sie hier nicht draufstehen.

Um dennoch herauszufinden, ob ein Versicherer bereit ist Sie zu versichern, sollten Sie über einen Versicherungsberater oder –makler eine „anonyme Risikovoranfrage“ durchführen lassen.  Hierbei stellen Sie praktisch einen vollwertigen Versicherungsantrag, aber alle Daten, mit denen man Sie identifizieren könnte (z.B. Name und Anschrift) werden weg gelassen. Das Versicherungsunternehmen teilt Ihnen dann über den Versicherungsberater oder –makler mit, ob und zu welchen Konditionen man Sie versichern würde. Achten Sie bei den Anfragen besonders auf die Testsieger bei den verschiedenen Verbraucherzeitschriften und Ratingagenturen.

Alternativen zur BU-Versicherung?

Leider gibt es keine vollwertige Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Und dennoch gibt es einen großen Teil in der Bevölkerung, die aufgrund von Vorerkrankungen keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können, oder für die eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu teuer wäre. Um nicht gänzlich ohne Schutz dazustehen, gibt ein paar Möglichkeiten, mit denen man sich dennoch teilweise absichern kann. Hier bieten sich v.a. die Unfallversicherung, und die Erwerbsunfähigkeits-Zusatzversicherung an.

 Unfallversicherung

Wie der Name sagt wird bei einer Unfallversicherung ein Unfall versichert. D.h. die Versicherung zahlt, wenn man von einem Unfall ereilt wird. Dabei gibt es je nach Produkt entweder eine Einmalzahlung oder (seltener) eine Rente. In der Praxis wird die Wichtigkeit der Unfallversicherung jedoch deutlich überschätzt – insbes. wenn es um um den Vergleich mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung geht. Zum einen ist man auf dem Weg zur Arbeit ohnehin über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Zum anderen sind nur rund 10% aller Berufsunfähigkeitsfälle auf einen Unfall zurückzuführen. Das heißt im Umkehrschluss, dass die Unfallversicherung einem meistens bei Berufsunfähigkeit gar nichts bringt.

 Erwerbsunfähigkeits-Zusatzversicherung

Die Erwerbsunfähigkeits-Zusatzversicherung leistet, wenn man erwerbsunfähig wird, d.h. wenn man keine Arbeitstätigkeit nicht mehr ausüben kann. Wie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung wird hier eine Rente gezahlt. Allerdings ist es im Vergleich viel schwieriger erwerbstätig zu sein. Wenn man z.B. seinen aktuellen Beruf nicht mehr ausüben kann, und daher berufsunfähig wäre, ist man noch lange nicht erwerbsunfähig. Solange man noch irgendeiner Erwerbstätigkeit nachgehen kann, also solange noch irgendein Job infrage kommt, erhält man keine Leistung aus der Erwerbsunfähigkeits-Zusatzversicherung.

Wegen all dieser Einschränkungen ist es deutlich einfacher und günstiger solch eine Versicherung zu erhalten.

Welche Form der BU-Versicherung?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung kann man prinzipiell in verschiedenen Formen abschließen. Zum einen wäre da die reine Berufsunfähigkeitsversicherung („stand alone“), also eine Versicherung die ausschließlich bei Berufsunfähigkeit leistet.

Außerdem gibt es noch die Möglichkeit eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit anderen Versicherungen zu kombinieren. Beliebt ist hierbei die Kombination mit einer Risikolebensversicherung oder mit einer Rentenversicherung. Man spricht dann von einer Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung (BUZ). Prinzipiell raten wir davon ab, die Berufsunfähigkeitsversicherung mit anderen Versicherungen zu kombinieren, auch wenn die meisten Vertriebsmitarbeiter in der Versicherungsbranche Ihnen etwas anderes erzählen werden. Warum das so ist, erklären wir in der folgenden Sektion.

 Eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung

Dieser Fall ist recht einfach zu bewerten. Auf Basis der persönlichen Risikoinformationen erstellen die Versicherungsgesellschaften ein Angebot, und man kann sehr leicht und transparent ermitteln, welcher Anbieter der günstigste ist. Aus diesem Grund empfehlen wir Berufsunfähigkeitsversicherungen i.d.R. als Einzelprodukt zu kaufen.

 Berufsunfähigkeitsversicherung kombiniert mit Risiko-Lebensversicherung

Versicherer und Vertriebsmitarbeiter versprechen gerne hohe Rabatte, wenn man Produkte miteinander kombiniert. Und tatsächlich, ganz es auch günstiger sein, die Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Risiko-Lebensversicherung zu kombinieren. In diesem Fall zahlt die Versicherung nicht nur bei Berufsunfähigkeit, sondern auch im Todesfall.
Der Haken bei der Sache: Der günstigste Anbieter für eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist selten auch der günstigste Anbieter für eine Risiko-Lebensversicherung. Aus diesem Grund sollten Sie nicht einfach im Glauben auf hohe Rabatte bei einem Versicherer die Produkte in Kombination abschließen. Machen Sie stattdessen auf jeden Fall einen Vergleich für eine getrennte Berufsunfähigkeitsversicherung und eine getrennte Risiko-Lebensversicherung. Oft ist die Summe aus den zwei Einzelprodukten bei unterschiedlichen Versicherungsgesellschaften deutlich günstiger als dein Kombiprodukt bei nur einem einzigen Versicherer.

 Berufsunfähigkeit kombiniert mit Rentenversicherung oder Kapital-Lebensversicherung

Sehr populär in Deutschland und auch leider sehr ungeeignet ist eine Kombination aus einer Rentenversicherung und einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Das Problem bei dieser Kombination ist, dass vollkommene Preisintransparenz herrscht. Das Produkt ist daher meist sehr profitabel für den Versicherer, aber eher wenig vorteilhaft für den Kunden.

Als Beispiel: Ihr Versicherungsmakler möchte Ihnen eine Rentenversicherung verkaufen, bei der Sie jeden Monat 150 € zahlen. Dort ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Berufsunfähigkeitsrente von 1000 € inkludiert. Als besonderen Verkaufstrick erzählt Ihnen Ihr Makler dann noch, dass selbst im Fall der Berufsunfähigkeit die Beiträge in Ihre Rentenversicherung weiter gezahlt werden, und Sie auf jeden Fall auf Ihre garantierte Rente kämen. Das Problem hierbei ist: Sie haben keine Ahnung, wie viel von Ihren monatlichen 100 € für die Berufsunfähigkeitsversicherung, und wie viel für die Rentenversicherung aufgewendet wird. Es könnte die teuerste Berufsunfähigkeitsversicherung auf dem Markt sein, und Sie wüssten nichts davon.

Aber es geht auch anders: Sie kaufen einfach eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Berufsunfähigkeitsrente von 1100 €. Da es sich um eine eigenständige Versicherung handelt, können Sie ganz transparent das günstigste Angebot auf dem Markt finden. Da Sie ursprünglich jeden Monat 100 € zahlen wollten, zahlen Sie die Differenz aus den 100 € und den Kosten der eigenständigen Berufsunfähigkeitsversicherung einfach in eine eigenständige Rentenversicherung. Auch hier können Sie ganz transparent das günstigste Angebot über einen Versicherungsvergleich ermitteln. Und da Sie bei den beiden eigenständigen Produkten Ihre Berufsunfähigkeitsrente etwas höher gesetzt haben (1100 € anstatt 1000 €) können Sie im Falle der Berufsunfähigkeit problemlos Ihre Beiträge in die Rentenversicherung weiterzahlen (abgesehen davon, dass sich Rentenversicherungen prinzipiell nicht wirklich lohnen – aber das ist ein ganz anderes Thema). Wir gehen jede Wette mit Ihnen: Sie werden durch die Einzelversicherungen deutlich sparen!

Es gibt viele Kombinationsmöglichkeiten für Berufsunfähigkeitsversicherungen. Uns hat bislang nur die eigenständige Solo-Berufsunfähigkeitsversicherung überzeugt.
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Wann soll man die BU-Versicherung abschließen?

Auf die Frage, ob sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung für junge Leute lohnt gibt es eine einfache Antwort: Ja! Prinzipiell gilt: Je früher, je besser. Denn je älter man ist, desto wahrscheinlicher ist zwar die Berufsunfähigkeit. Aber je früher man Berufsunfähigkeitsschutz beantragt, umso günstiger sind die Beiträge. Zudem ist es viel wahrscheinlicher, dass man als Kunde von der Versicherungsgesellschaft angenommen wird, da man in jungen Jahren in der Regel noch eine gute Gesundheit vorweisen kann.

Die meisten Versicherer nehmen Leute erst dann auf, wenn man in einem Beruf ist. Aber es gibt auch einige Gesellschaften, die bereits Auszubildende oder Studenten versichern. Die Höhe der BU-Rente ist hier allerdings meistens auf 500 € oder 1000 € beschränkt. Da man außerdem noch keinen Beruf ausübt, zahlt die Versicherung i.d.R. erst, wenn man erwerbsunfähig wird (man ist also überhaupt nicht mehr in der Lage irgendeinen Beruf auszuüben). Dies ändert, sobald man einen Beruf ausübt – dann leistet die Versicherung auch bei gewöhnlicher Berufsunfähigkeit. Wichtig bei solchen Verträgen ist eine Nachversicherungsgarantie, damit man sobald man in das Berufsleben einsteigt, die Berufsunfähigkeitsrente ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen kann.

Lohnt sich eine Versicherung für Beamte?

Bei Beamten ist die Situation grundlegend anders als bei Angestellten. Da Beamte per Gesetz Dienst für den Staat, und keinen Beruf verrichten, können Sie auch nicht berufsunfähig sein. Wenn Beamte ihre Tätigkeit nicht mehr ausüben können, dann sind sie „dienstunfähig“.

Aus diesem Grund leistet eine Berufsunfähigkeitsversicherung auch nicht ohne weiteres bei Beamten – es sei denn in der Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es eine Dienstunfähigkeitsklausel.

Prinzipiell erhält ein Beamter bei Dienstunfähigkeit eine Dienstunfähigkeitsrente von seinem Dienstherrn. Dies gilt allerdings nur wenn die Dienstzeit schon mindestens fünf Jahre beträgt. Ist dies nicht der Fall hat man prinzipiell das gleiche Risiko wie ein Angestellter: Man hätte bei Dienstunfähigkeit keine ausreichende finanzielle Absicherung.

Schließt man jedoch eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Dienstunfähigkeitsklausel ab, so erhalten auch Beamte eine Leistung. Das bedeutet, dass man bei Dienstunfähigkeit eine vom Versicherer ausgezahlt bekommt. Es gibt allerdings verschiedene Formen der Dienstunfähigkeitsklausel, und nur wenige Versicherer bieten eine umfassende, voll empfehlenswerte Deckung an. Hier ist es sehr wichtig sich genau zu informieren, wie der Versicherer Dienstunfähigkeit definiert, und zu prüfen, ob die Definition den eigenen Anforderungen genügt.

Was heißt Nachversicherung und Dynamik?

Berufsunfähigkeitsversicherungen laufen meist über viele Jahre. In dieser Zeit können sich oft die persönlichen Lebensumstände ändern. Außerdem ist da der Faktor Inflation: Wenn mir heute vielleicht 1000 Euro Berufsunfähigkeitsrente reichen würden, hätte diese Rente in 20 Jahren die Hälfte Ihrer Kaufkraft verloren, und wäre von der Inflation stark angefressen.

Die Versicherungsgesellschaften bieten dagegen zwei Möglichkeiten an: Dynamik und Nachversicherung.

Dynamik der Beiträge

Nahezu alle Versicherer bieten an, dass man seinen Beitrag dynamisiert. Das bedeutet, dass der Beitrag regelmäßig (z.B. jedes Jahr) um ein einen gewissen Prozentsatz steigt. Mit den steigenden Beiträgen steigt auch die Berufsunfähigkeitsrente, die man im Fall der Fälle erhalten würde. Über diese regelmäßige Beitragssteigerung soll die Inflation ausgeglichen werden. Wenn man eine recht hohe jährliche Steigerung vereinbart (z.B. 5% jedes Jahr), kann man nicht nur die Inflation ausgleichen, sondern seine Berufsunfähigkeitsleistungen auch gleichzeitig an steigende Lebensstandards anpassen.

Sollte man einmal keine Dynamik wollen, kann man der Beitragserhöhung widersprechen. Dies kann man allerdings nicht nach Belieben machen. Sobald man zwei Beitragsanpassungen widersprochen hat, wird die Dynamik in der Regel dauerhaft beendet.

Dynamik der Rente

Wer keine regelmäßige Steigerung der Beiträge will, kann auch Verträge wählen, bei denen der Beitrag konstant bleibt, und nur die Rente für den Fall, dass man berufsunfähig wird, ansteigt. Hier spricht man von einer Dynamik der Rente. Dieses System soll Kunden vorhersehbare Kosten geben, aber die spätere Rente dennoch an die Inflation anpassen. In der Praxis wählt man wie bei der Dynamisierung der Beiträge einen festgelegten Prozentsatz, um den die Rente jährlich steigen soll.

Diese Variante der Dynamisierung wird allerdings nur von wenigen Versicherern angeboten. Und natürlich macht Sie die Berufsunfähigkeitsversicherung deutlich teurer, denn die Steigerungen der Berufsunfähigkeitsrente muss man mit höheren Beiträgen bezahlen.

Nachversicherung

Bei der Nachversicherungsgarantie kann man ohne erneute Gesundheitsprüfung die Berufsunfähigkeitsversicherung zu einem späteren Zeitpunkt erhöhen. Dies bietet sich an, wenn sich die persönlichen Lebensumstände ändern, z.B. durch Heirat oder Geburt eines Kindes. Auch für Berufseinsteiger kann es Sinn machen durch Nachversicherung die Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsverssicherung nach ein paar Jahre mit geregeltem Einkommen zu erhöhen. Bei den meisten Versicherern gibt es ein Maximalalter bis zu dem man eine Nachversicherung durchführen kann.

Was kostet die BU-Versicherung?

Generell sollten Sie sich zunächst überlegen, welche monatliche Rente Sie bei Berufsunfähigkeit brauchen würden, um komfortabel leben zu können. Das ist das allerwichtigste Element, wenn Sie sich ein Angebot einholen, und bestimmt auch zu einem großen Teil den Preis der Berufsunfähigkeitsversicherung. Weitere Faktoren, die ganz wesentlich die Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung bestimmen, sind Ihre aktuelles Alter, Ihr aktueller Beruf, und das gewünschte Endalter der Versicherung.

Es gibt eine Vielzahl von Anbietern für Berufsunfähigkeitsversicherungen. Jeder hat seine eigenen Bedingungen und Klauseln. Der Umfang der versicherten Leistungen ist daher sehr unterschiedlich, was auch einen starken Einfluss auf den Preis hat.

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Wenn Sie ein Angebot für eine Berufsunfähigkeitsversicherung einholen lohnt sich oft ein umfassender Preisvergleich. Zusätzlich zur persönlichen Beratung und dem individuellen Angebot durch z.B. einen Versicherungsberater lohnt es sich daher oft einen Online-Vergleich zu machen.

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Überschussbeteiligung

Jeder Versicherungsnehmer in Deutschland muss an den Überschüssen der Versicherungsunternehmen beteiligt werden. Überschüsse entstehen immer dann, wenn die tatsächlichen Kosten des Versicherers niedriger sind, als die Kosten, die der Versicherer bei Vertragsabschluss in die Prämie eingerechnet hat (z.B. weil es weniger Schadensfälle gibt, oder der Versicherer weniger Geld in der Verwaltung ausgibt).

Zusätzlich gibt es noch das System der „Bewertungsreserven“.  Versicherer legen nämlich einen Teil der Kundenbeiträge am Kapitalmarkt an. Wenn der Marktwert dieser Anlagen höher ist als der Wert, der in der Bilanz ausgewiesen wird (und das ist fast immer der Fall, weil Versicherungsunternehmen sehr vorsichtig bilanzieren), dann entstehen sog. Bewertungsreserven. Auch hieran muss der Versicherungsnehmer beteiligt werden.

 

Prinzipiell gibt es drei Möglichkeiten, wie der Versicherungsnehmer an diesen Überschüssen und Bewertungsreserven beteiligt werden kann.  Bei vielen Versicherern ist eine dieser Varianten fest vorgegeben. Manche Versicherer geben aber auch eine Auswahl.  Die drei Möglichkeiten sind:

 Beitragsverrechnung

Dies ist die beliebteste Form der Überschussbeteiligung. Die aktuellen Überschüsse eines Jahres werden dabei direkt mit dem Beitrag verrechnet, so dass man als Versicherungsnehmer niedrigere Beiträge zahlen muss. Aus diesem Grund sieht man bei Angeboten für die Berufsunfähigkeit oft einen Zahlbeitrag – also den Beitrag den man nach Verrechnung mit den Überschüssen tatsächlich zahlen muss – und einen Tarifbeitrag – dies ist der Beitrag, den man ohne jegliche Überschussbeteiligung zahlen müsste. Da sich die Höhe der Überschüsse jedes Jahr ändert, ändert sich mit diesem System auch jedes Jahr der zu zahlendes Beitrag.

 Bonus-System

Beim Bonussystem wird nicht Ihr Beitrag verringert, sondern Ihre Berufsunfähigkeitsrente erhöht. Dieses System hat aber den Nachteil, dass Sie nur dann in den „Genuss“ der Überschussbeteiligung kommen, wenn Sie berufsunfähig werden, und eine Berufsunfähigkeitsrente erhalten. Die meisten Leute verzichten bei diesem System daher auf die Beteiligung an den Überschüssen, die Ihnen per Gesetz zustünde.

 Verzinsliche Ansammlung

Bei der verzinslichen Ansammlung (auch Schlussüberschuss genannt) wird die Überschussbeteiligung über die Laufzeit der Berufsunfähigkeitsversicherung angesammelt, und dann komplett zum Laufzeitende an den Kunden ausgezahlt. In gewisser Weise vermischt man hierbei eine Risikoversicherung mit einem Sparprodukt.

Unsere Empfehlung: Achten Sie darauf, dass Sie stets ein Produkt mit Beitragsverrechnung wählen. Hiermit stellen Sie sicher, dass der Berufsunfähigkeitsschutz für Sie am günstigsten ist.
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Steuerliche Behandlung

Die Beiträge für Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung sind prinzipiell als Sonderausgabe (Vorsorgeaufwendungen) von der Steuer absetzbar. Da man seit ein paar Jahren aber auch die Beiträge für die Krankenkasse von der Steuer absetzen kann, hat dies für die meisten keine praktische Bedeutung mehr. Durch die Beiträge zur Krankenkasse werden die zulässigen Höchstsätze zum Steuerabzug nämlich in der Regel bereits voll aufgebraucht, so dass nur die wenigsten Ihre Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung tatsächlich von der Steuer abziehen können.

Zahlungsschwierigkeiten

Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungsarten überhaupt, aber leider ist sie auch eine der teuersten. Versicherungsschutz besteht meist nur, wenn man regelmäßig und pünktlich seine Beiträge zahlt. Für den Fall, dass man Probleme mit der Zahlung der Beiträge bekommt (z.B. durch Arbeitslosigkeit oder einen finanziellen Engpass), gibt es aber dennoch ein paar Möglichkeiten seine Versicherung zu behalten. Die Möglichkeiten möchten wir Ihnen nachfolgend darstellen:

 Beitragsstundung

Bei der Beitragsstundung kann man die Beitragszahlung für einen begrenzten Zeitraum (meistens maximal 24 Monate) unterbrechen, und behält trotzdem seinen vollen Versicherungsschutz. Diese Methode bietet sich z.B. an, wenn man arbeitslos wird, und vorübergehend die Beiträge nicht zahlen kann. Sobald man dann wieder in der Lage ist die Beiträge zu zahlen, muss man auch die gestundeten Beiträge zurückzahlen. Dies kann in Raten erfolgen, und normalerweise verlangen die Versicherer für die gestundeten Beiträge keine Zinsen.

Die Beitragsstundung ist meist erst dann möglich, wenn man schon für einen Mindestzeitraum die Berufsunfähigkeitsversicherung hatte, und auch regelmäßig seine Beiträge gezahlt hat (in der Regel mindestens drei Jahre).

Die Stundung der Beiträge muss beim Versicherungsunternehmen beantragt werden.

 Beitragsherabsetzung

Eine andere Alternative, um die Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung zu senken, ist die Herabsetzung Ihrer Beiträge. Sie können diese (vorübergehend oder längerfristig) bei Ihrer Versicherungsgesellschaft beantragen. D.h. selbst wenn Sie dauerhaft nicht mehr in der Lage sind Ihre vollen Beiträge zu zahlen, aber nicht komplett auf den Schutz einer Berufsunfähigkeitsversicherung verzichten wollen, können Sie diese Option nutzen. Wichtig ist hierbei zu beachten, dass, wenn Sie Ihre Beiträge senken, natürlich auch die Berufsunfähigkeitsrente sinkt, die die Versicherung bei Berufsunfähigkeit auszahlt.

 Verrechnung der Beiträge mit Überschüssen

Versicherungsgesellschaften sind gesetzlich dazu verpflichtet Ihre Kunden an Überschüssen (z.B. aus der Kapitalanlage der Kundenbeiträge) zu beteiligen. Je nach Form Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung können Sie beantragen, dass die Überschüsse direkt mit Ihren Versicherungsbeiträgen verrechnet werden, was Ihren Beitrag senken würde. In der Praxis geschieht diese Sofortverrechnung aber ohnehin schon bei den meisten Verträgen, so dass diese Alternative für die meisten Versicherungsnehmer nicht infrage kommt. Unabhängig davon ist diese Variante nicht sehr sinnvoll.

 Unterbrechung der Versicherung

Wenn Sie Ihre Versicherung unterbrechen, zahlen Sie für die Dauer der Unterbrechung keine Beiträge mehr. Gleichzeitig besteht ein (recht kleiner) Versicherungsschutz (der sog. Versicherungsschutz in Höhe der beitragsfreien Berufsunfähigkeitsrente). Sobald Sie die Unterbrechung der Versicherung beenden, zahlen Sie wieder die ursprünglichen Beiträge, und erhalten den alten Versicherungsschutz zurück.

 Beitragsfreistellung

Letztlich haben Sie jederzeit die Möglichkeit Ihre Versicherung ganz oder teilweise beitragsfrei zu stellen. Das heißt, dass Sie aufhören Beiträge zu zahlen, und Versicherungsschutz in Höhe Ihres bislang angesammelten Deckungskapitals genießen. Gerade in den frühen Jahren der Versicherung heißt dies in der Praxis allerdings, dass Sie nur einen sehr geringen Versicherungsschutz haben, da in den ersten Jahren der Versicherung ein Großteil Ihrer Beiträge für die Abschlusskosten (z.B. Provisionen an Ihren Versicherungsvermittler) verwendet werden, und nicht für den eigentlichen Versicherungsschutz aufgebracht werden.

Damit Sie diesen Mindestversicherungsschutz genießen muss Ihr angesammeltes Deckungskapital zudem die Mindestanforderungen zur Bildung einer Rentenanwartschaft erfüllen. Dies impliziert, dass Ihr Vertrag schon einige Jahre lang laufen muss, damit Sie Versicherungsschutz erhalten.

Kündigung

Generell macht es immer mehr Sinn eine Versicherung beitragsfrei zu stellen, da Sie hier den Wert Ihrer angesammelten Beiträge besser erhalten, und Sie Ihre finanziellen Verluste reduzieren.

Sollten Sie dennoch die Versicherung kündigen wollen, ist dies immer zum Ende der Versicherungsperiode, d.h. zum Ende eines Beitragsjahres möglich. Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt hierbei mindestens einen Monat und maximal drei Monate.

Der Versicherungsnehmer ist übrigens in der Beweispflicht, dass die Kündigung rechtzeitig beim Versicherer eingegangen ist. Daher ist es empfehlenswert die Kündigung per Einschreiben zu versenden. Geht Ihre Kündigung nicht rechtzeitig ein, verlängert sie sich automatisch um ein weiteres Jahr.

Eine Kündigung der Berufsunfähigkeitsversicherung sollten Sie sich aber wirklich sehr gut überlegen. Je älter Sie werden, umso teurer und schwieriger wird es sein danach einen erneuten Berufsunfähigkeitsschutz zu erhalten.